Vom EVP-Poster zur Content-Engine: Wie du aus drei Kernbotschaften Material für 12 Monate Employer Branding machst
- Marcus Fischer
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Eine EVP ist kein Schmuckstück für die Karriereseite, sondern ein Rohstofflager. Viele Unternehmen verwechseln Ergebnis und Ausgangspunkt: Sie formulieren drei schöne Sätze – und wundern sich, dass daraus kein Alltag entsteht. Effizientes Marketing denkt anders. Dort werden Kernbotschaften wie ein Steinbruch behandelt, aus dem ständig neue Formate geschlagen werden. Genau so sollte die Umsetzung im Employer Branding funktionieren.
Der Trick ist Reduktion. Drei glaubwürdige Botschaften reichen völlig aus, wenn sie anschlussfähig an echte Erfahrungen sind. Aus ihnen entsteht ein System aus Perspektiven, Formaten und Kanälen. Nicht kreativ um jeden Preis, sondern reproduzierbar. Wer diese Logik einmal aufsetzt, kann aus wenigen Interviews und Projekten ein ganzes Jahr sichtbaren Output generieren.
Die simple Mechanik hinter 12 Monaten Content
3 Kernbotschaften als einziger inhaltlicher Fixpunkt
5 Perspektiven: Mitarbeitende, Führung, Recruiting, Bewerbende, Alumni
4 Formate: Interview, Alltagseinblick, Lernmoment, FAQ
3 Längen: Long, Short, Micro
4 Kanäle: Karriereseite, LinkedIn, Newsletter, Sourcing
Allein diese Matrix erzeugt Hunderte Kombinationsmöglichkeiten – ohne neue Claims, ohne Kampagnen-Hektik. Entscheidend ist, dass Inhalte entlang der Recruiting-Journey nutzbar bleiben: von der Stellenanzeige bis zum Erstgespräch.
So wird aus drei Botschaften ein Jahresvorrat
Themenmaschine in einem halben Tag
Pro Botschaft 12 konkrete Story-Anlässe sammeln
Fragen aus Interviews und Bewerbungen auswerten
Konflikte und Entscheidungen priorisieren
36 Themen in ein Jahresboard überführen
Tools: Miro/FigJam für Cluster, Notion oder Airtable als Datenbank
Formate industrialisieren statt erfinden
10-Fragen-Interview (20 Minuten Aufnahme)
Ein-Tag-als-Story mit Fotos und Notizen
Projekt-Case mit drei Wendepunkten
FAQ aus echten Kandidatenfragen
Templates: Canva Brand Kit, CapCut, Riverside
Repurposing als Haupthebel
Ein Interview wird zu:
Blogartikel
3 Kurzvideos
5 Zitatkacheln
2 Snippets für Stellenanzeigen
1 Sourcing-Message
Tools: Opus Clip, Descript, Adobe Express, KI-Ableitungen
Kanal-Mix ohne Grössenwahn
Karriereseite = Bibliothek
LinkedIn = Dialog
Newsletter = Tiefe
Sourcing = Aktivierung
Tools: LinkedIn Scheduler, Mailchimp, Textkernel/SeekOut
Wie managt man das konkret?
Ein Redaktionsplan dient der Produktionssteuerung. Geplant werden zuerst Themen, nicht Posts. Gute Teams trennen strikt zwischen Produktion und Veröffentlichung, sonst diktiert der Kalender den Inhalt. Ein 12-Monats-Board mit festen Slots pro Kernbotschaft sorgt dafür, dass keine davon untergeht.
Die Organisation braucht eine Mini-Redaktion. Zwei Interviews pro Monat, ein Produktionstag für Fotos und Clips, wöchentlich 30 Minuten Abstimmung – mehr ist oft nicht nötig. Fachbereiche liefern Rohmaterial, Employer Branding baut Dramaturgie. Freigaben dürfen maximal zwei Ebenen haben, sonst stirbt jede Serie im Prozess. So planen, dass es immer möglich ist auch aktuelle Themen aufzugreifen
Bewährte Management-Muster
70 % Evergreen, 30 % aktuell
Serien statt Einzelstücke
Produktionsdatum ≠ Publikationsdatum
ein Asset → fünf Verwendungen
vier Kanäle als Maximum
Vorlagen aus dem Netz
HubSpot Content Calendar
Hootsuite Social Media Calendar
Notion Editorial Calendar
CMI Repurposing Framework
https://contentmarketinginstitute.com/articles/repurpose-content
Buffer Repurposing Guide
Realistischer Output für 12 Monate
1 Fokusthema pro Quartal
2 Newsletter-Stories
3 Long-Posts pro Monat
6 Short-Videos
8 Micro-Assets
10 Sourcing-Snippets
→ Rund 350 Inhalte aus exakt drei Botschaften.
Minimaler KPI-Satz
Conversion Karriereseite → Bewerbung
Antwortquote Sourcing
Verweildauer auf Stories
Rückgang wiederkehrender Fragen
Tools: Google Analytics, LinkedIn Analytics, Hotjar, ATS-Reports
Employer Branding wird wirksam, wenn es wie ein kleines Medienhaus arbeitet: planbar, wiederholbar, nützlich. Drei Botschaften reichen völlig aus – solange man sie nicht als Poster, sondern als Content-Engine versteht. Dann beantwortet Inhalt Fragen, bevor potenzielle Bewerber sie stellen müssen, und die Bewerbungen passen.


